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Comic-Review: Steam Noir – Das Kupferherz 1 (Cross Cult)

Steam Noir - Das Kupferherz 1
Volle (Dampf)Kraft voraus! Die beiden "Jakob"-Macher legen den Auftakt ihrer zweiten gemeinsamen Arbeit vor.

(C) Cross Cult Verlag / Steam Noir - Das Kupferherz 1 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSo schnell kann es gehen: Nahezu ausschließlich auf die Übersetzung von US-Material ausgerichtet, veröffentlichte der Cross Cult Verlag letztes Jahr erstmals einen Comic zweier junger deutscher Künstler. "Jakob", die Geschichte eines Achtjährigen, der den plötzlichen Tod seiner Mutter zu verarbeiten sucht, brachte den Machern Benjamin Schreuder und Felix Mertikat auf Anhieb den "Sondermann"-Preis der Frankfurter Buchmesse als beste Newcomer ein. Nur ein Jahr nach diesen hohen Weihen bringen sie, erneut bei Cross Cult, den ersten von vier geplanten Bänden von "Steam Noir – Das Kupferherz" an den Start. Für die Story zeichnen beide verantwortlich, den Text hat Schreuder besorgt, das Artwork Mertikat, auf dessen gemeinsam mit Till Bröstl entwickeltem Rollenspiel "Opus Anima" die Erzählung basiert.


Schauplatz von "Steam Noir" ist die in der konstitutionellen Monarchie Januskoogen gelegene Ätherhafenstadt Schierling, ein Teil des Großreichs Landsberg. Wie ihre Nachbarstaaten umgibt auch sie Äther, der mittels Schiffen befahren werden kann. Wir sind also, wie der Titel schon verrät, mittendrin in einem Steampunk-Szenario, inklusive diverser dampfkraftbetriebener Fahrzeuge und Maschinen. Eine solche, wenn auch mit einer Seele ausgestattet, ist Richard Hirschmann, der gemeinsam mit Frau D. die Ermittlungen bei einem seltsamen Einbruch in eine Villa aufnimmt. Ihr Kollege Heinrich Lerchenwald, als sogenannter Bizarromant Spezialist für verlorene Seelen, findet heraus dass eine solche die Leiche eines im Kamin eingemauerten Mädchens entwendet hat. Offenbar war ihm einst ein Kupferherz eingepflanzt worden, das nun verschwunden ist und wegen dem Lerchenwalds Wohnung auf den Kopf gestellt wird. Doch das ist erst der erste Mosaikstein des Rätsels, das er und seine Kollegen zusammenfügen müssen…


Von der ersten Seite an wird eine faszinierende und an schrägen Details reiche Welt aufgebaut, in die man sich beim Lesen bereitwillig hineinziehen lassen kann. Das Genre Steampunk ist ja bekanntlich aktuell das propagierte Boom-Thema schlechthin im deutschen Literaturbetrieb; die Befürchtung, dass die beiden Autoren hier eben mal auf eine Welle aufgesprungen wird, zerschlägt sich dankenswerterweise sofort. Vielmehr ist der Hintergrund sehr gut und interessant ausgearbeitet, das Setting mit einer tollen Atmosphäre ausgestattet und die Handlung vielversprechend. Felix Mertikat hat stimmige Zeichnungen gezaubert, die von einer vornehmlich in Sepia-Tönen gehaltenen Kolorierung bestmöglich unterstützt werden. Der erste Band von "Das Kupferherz" legt somit einen mehr als gelungenen Start hin, man kann den beiden Machern nur viel Erfolg wünschen und auf die für Herbst 2012 angekündigte Fortsetzung hoffen.



# # # Andreas Grabenschweiger # # #






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