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Book-Review: Anonyme Untote (Heyne)

Anonyme Untote
Makaber, ein bisschen ekelig und absolut lustig, Training für den Magen und für die Lachmuskeln. Einfach nur der blanke Wahnsinn…

(C) Heyne Verlag / Anonyme Untote / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAndy Warner hat ein ziemlich großes Problem: Er ist untot. Drei Tage nach seinem Autounfall ist er einfach wieder erwacht und vom Tisch des Bestatters aufgestanden. Jetzt musste er auch noch Schande über seine Familie bringen. Dazu verdammt im Weinkeller seiner Eltern zu hausen, bleibt Andy nur noch, Formaldehyd zu sich zu nehmen, das den Verfall verlangsamt. Er sieht den ganzen Tag fern, da Internet verboten ist, und geht hin und wieder zu einem Treffen der "Anonymen Untoten". Dort trifft er auch auf seine neue Liebe: Rita, eine Selbstmörderin mit einem Lippenstift-Fetisch. Nun beginnt Andy um seine Bürgerrechte zu kämpfen und findet durch Zufall heraus, was ihm hilft sich besser zu fühlen.


Wer aufgrund des Untertitels einen liebliche Schnulze erwartet, wird herb enttäuscht. Die Liebesgeschichte wird nur am Rande thematisiert und das ist auch gut so. "Anonyme Untote – Eine Zombie-Liebesgeschichte" von S.G. Browne wartet mit so viel mehr auf, besonders mit tiefschwarzem Humor und herber Kritik an den "Atmern", die den Untoten alle Rechte aberkennen, sie wegsperren oder als Versuchskaninchen und Crash Test-Dummies missbrauchen, wenn niemand sie abholt. Der arme Andy kann einem nur leid tun. Denn wenn er schon mal den Keller seiner Eltern verlassen darf, wird er beschimpft, gejagt und vom Nachbarshund angepinkelt, nachdem der sich in seinem Schoß gewälzt hat. Aber was kann Andy dafür, dass er riecht wie ein überfahrenes Tier und – noch schlimmer – auch so aussieht?


Und da denkt man das Leben als "Atmer" wäre schon schwer und ungerecht! Das eines Zombies ist wirklich hart: Ständig muss man aufpassen alle seine Körperteile beisammen zu halten und darauf achten, dass sich die inneren Organe nicht verflüssigen und schließlich auch noch herausfinden, warum zum Teufel man die eigenen Eltern zerstückelt im Kühlschrank aufbewahrt. Zumindest der letzte Punkt ist auch für so manchen "Atmer" nachvollziehbar. Resümee: Einfach nur genial. Schwarzer Humor vom Feinsten gepaart mit ein bisschen Ekel und einem Hauch Gesellschaftskritik. Das Lesen lohnt sich wirklich.



# # # Kathrin Schauer # # #






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