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Comic-Review: Sin City 1 (Cross Cult)

sin_city_1_cover (c) Cross Cult
Während "Sin City 2" noch auf sein Leinwanddebüt warten lässt und die Neuigkeiten diesbezüglich sehr rar gesät sind, ist Frank Millers Comic-Vorlage immer einen Blick wert. Der erste Band widmet sich dem Kapitel um Schläger Marv und seine ermordete Freundin Goldie.

sin_city_1_cover (c) Cross Cult / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Stadt ohne Gnade", erster Band der vom Cross Cult dankenswerterweise neu aufgelegten Kultserie von Frank Miller, beinhaltet die in den USA erstmals 1993 als „The Hard Goodbye“ in gebundener Form erschienene erste Serie über den brutalen Alltag in Basin City. Ursprünglich 1991/92 in der verlagseigenen Anthologie von Dark Horse erschienen, brachten die insgesamt dreizehn Episoden ihrem Schöpfer unzählige Preise und elf Nominierungen für den begehrten Eisner Award ein. Mittlerweile sind unter dem Titel "Sin City" mehrere Kurz- und Fortsetzungsgeschichten erschienen, die hierzulande erstmals in den 1990er Jahren von wechselnden Verlagen veröffentlich wurden.


Wer den grandiosen Film von 2005 unter der Regie von Robert Rodriguez und Frank Miller höchstpersönlich nicht gesehen haben sollte, dem sei an dieser Stelle eine kurze Inhaltsangabe gegeben: Als Schläger Marv nach der besten Nacht seines Lebens mit Goldie erwacht, ist die blonde Wahnsinnsfrau neben ihm tot. Lautlos getötet, während er sturzbetrunken danebenlag. Sein nunmehriges Ziel ist klar: Sich bis zur Wahrheit über den feigen Mord durchschießen, -hacken und -schnetzeln was das Zeug hält. Wie Marv herausfindet, hat Goldie die Kreise eines abartigen Menschenfressers gekreuzt, der auch noch von einem hohen Würdenträger protegiert wird. Der Rachefeldzug endet schließlich mit dem Tod des Verantwortlichen, Kardinal Roark – dann zwingt das System Marv in die Knie und verpasst ihm einen Sitzplatz erster Reihe fußfrei auf dem elektrischen Stuhl.


Wer "Stadt ohne Gnade" liest, wird die unzähligen Parallelen zur Leinwandfassung bei Textpassagen und szenischen Einstellungen entdecken: Nicht nur ein Qualitätszeugnis für die Werkstreue der filmischen Umsetzung, sondern erst recht für die erzählerische und visuelle Bildgewalt Frank Millers. Dass die Comic-Vorlage naturgemäß mehr Platz für Charakterisierung bietet als die Adaption als Episode eines Films, liegt auf der Hand, wird hier allerdings besonders stark deutlich.


Der Protagonist wird in seiner Widersprüchlichkeit hier einfach um vieles detaillierter dargestellt: Da der wenig zimperliche, gewalttätige Muskelberg, dort die alle Sinne vernebelnden Rachegelüste und der Kampf zwischen Todesangst und der Sehnsucht zu sterben. Dieses Paradox spiegelt sich vor allem bei den einerseits sehr textlastigen Stellen mit psychologischem Tiefgang, andererseits in den rohen Actionsequenzen wider. Millers auf das wesentliche reduzierter Strich und die triste schwarz-weiße Farbgebung tun ihr übriges, um den "Sin City"-Erstling zu einem Must Read zu machen.

# # # Andreas Grabenschweiger # # #




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