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Comic-Review: Bigfoot (Cross Cult)

bigfoot_cover (c) Cross Cult
Horror-Spezialist Steve Niles hat sich zusammen mit "Hellbilly Deluxe" Rob Zombie und Zeichnerlegende Richard Corben zusammengetan, um seine Interpretation zum Wesen mit den markant großen Fußspuren abzuliefern. In letzere passt das Ergebnis allerdings nicht ganz rein.

bigfoot_cover (c) Cross Cult / Zum Vergrößern auf das Bild klickenJegliche Art von Wild- oder Nationalparks in den Wäldern des amerikanisch-kanadischen Grenzgebietes sind potentielle Todesfallen für unbedarfte Urlauber und Campingfreude. Zumindest glaubt man das, wenn man sich über den Mythos rund um den legendären Menschenaffen, auch bekannt als Sasquatch, näher informiert. Was wäre das Ganze ohne das berühmt-berüchtigte, verwackelte Video von Roger Patterson und Robert Gimlin aus dem Jahr 1967, das unseren haarigen Freund bei einem Waldspaziergang zu zeigen scheint? Die zahlreichen Fakes und Finten inklusive Bigfoot-Kostümen und gefälschten Fußabdrücken?

Das Phänomen Bigfoot ist seit jeher nicht nur bei Kryptozoologen oder Verschwörungsfreunden präsent, sondern natürlich auch in der Popkultur. Unvergessen etwa jene Folge aus der ersten "Simpsons"-Season, in der Homer bei einem schief gegangenen Campingausflug als Riesenaffe identifiziert und medial ausgeschlachtet wird. Mit dieser Mediensatire oder der "Harry und die Henderson"-Sitcom aus den 1990er Jahren haben die Schöpfer des vorliegenden Bands von Cross Cult freilich nichts am Hut.

Schon die Namen Steve Niles und Rob Zombie wecken Assoziationen zu Horror und Splatter, was der geneigte Leser erwartungsgemäß und ohne Verzögerung bereits ab der ersten Comicseite präsentiert bekommt. Ihr Bigfoot ist eine hungrige Bestie, die sich massenhaft an Tieren und Menschen, die ihm über den (letzten) Weg laufen, delektiert. Dementsprechend geht die grafische Umsetzung von Comic-Veteranen Richard Corben nicht gerade zimperlich mit zartbesaiteten Naturen um, die zu diesem etwas mehr als 100 Seiten starken Band greifen. Keine Frage, des Meisters Striche geben die gruselige Atmosphäre durchaus gelungen wieder.

Großzügige Splatter-Sequenzen werden umrahmt von der Geschichte um einen jungen wütenden Mann, der als Kind seine Eltern (durch einen Bigfoot-Angriff) verloren hat und nun nach Rache dürstend zurückkehrt. Das Autorenduo bietet außer diesem bekanntem Motiv keine subtilen Nuancen, die diese Adaption des Stoffes zu etwas Besonderem hätte machen können. Das Buch lässt sich schnell mal zwischendurch lesen und ist durchaus kurzweilig geraten, hinterlässt allerdings einen etwas ambivalenten Eindruck. Aber: Wer sich einfach nur coole Splatter-Action erwartet, wird zugegebenermaßen bestens bedient. Den Abschluss liefert ein gelungener Essay über das (vor allem mediale) Phänomen Bigfoot. So erfahren wir etwa, dass die Bezeichnung Sasquatch vom indianischen "sésquac" ("wilder Mann") herrührt.
  
 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #

 

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