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Book-Review: Europa kreuzweise – Eine Litanei (Residenz)

europa_kreuzweise_eine_litanei_cover (c) Residenz
Blixa Bargeld, Frontmann und Sänger der Einstürzenden Neubauten ist in diesem Buch ein Forschungsreisender ohne Auftrag, Fachgebiet und Reiseziel.

europa_kreuzweise_eine_litanei_cover (c) Residenz / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEine zweimonatige Konzertreise aus der subjektiven Sicht vom etwas schrulligen, schrägen Herrn Bargeld gibt ein wenig Aufschluss in die Seele seines Protagonisten. Konzertbeschreibungen werden gänzlich ausgespart. Dafür wird man hautnah Gast, wenn Blixa beispielsweise mit dem zugekoksten Rocko Schamoni redet, über unbefahrene, verwehte Straßen den Weg zum Bahnhof sucht, oder Lederschuhe in Rom kauft. Das eigentliche Thema sind in dem Buch aber die europäischen Spitzenrestaurants, Hotelbars und Flughafenlobbys: In denen hält sich der Autor nämlich die meiste Zeit der Handlung auf und motzt über schlecht gemixte Martinis, Haubenköche oder die Qualität der Speisen.


Der Lebensstil des bekennenden Alleinessers ist heute gänzlich anders als zu seinen bescheideneren Tagen in der Berliner Hausbesetzerszene der 80er Jahre. Und so wird der Gault Millau-Führer gerne mit dem Navigationsystem des Tourbusses kurzgeschlossen, um das perfekte Restaurant für Meister Bargelds Abendessen zu finden. Die Städte auf so einer Tour und der Gefühlszustand seiner Hauptfigur kommen aber in dieser Litanei nicht zu kurz. "Wie oft bin ich schon verkatert, durch die eine oder andere Stadt getapert. Zitternd, schreckhaft und verwirrt." Oder zum Beispiel "Klagenfurt: Wegen Nachahmung des Taxifunks beinahe verhaftet!". Welche Gedanken schweben einem müden, etwas in die Jahre gekommenen Industrialpionier durch den Kopf, wenn er allein im Hotelzimmer ist: "Roomservice oder Masturbation?" Wenn das Zimmermädchen verbotenerweise die Wasserflasche entsorgt, muss Blixa seinen Durst mit Weißwein stillen.


Die diversen Hotels und Restaurants werden getestet und so erkennt der 50jährige, gebürtige Berliner auch seine "Profikollegen" aus einer Schar durchschnittlicher Esser. So schreibt er beispielsweise: "Das sind keine Food-Blogger. Das sind Profis: Food Porno-Schreiber, Sankt Pellegrino-Tester – irgendsowas. Der Chef bedient sie persönlich!". Dieses Buch gibt einen sehr guten Einblick in die schräge Psyche des Blixa Bargeld: Der Mann hat einen Spleen für gutes Essen, exquisite Speisen und gute gemixte Cocktails. Sicherlich nicht nur etwas für eingefleischte Neubauten-Fans!

# # # Markus Egger # # #




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