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Comic-Review: The Goon 1 (Cross Cult)

The Goon (c) Cross Cult Verlag
Der Goon ist da! Eric Powells saukomische, mehrfach ausgezeichnete Serie entpuppt sich als ein wahnwitziger Mix verschiedenster Zutaten.

The Goon (c) Cross Cult Verlag / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMan nehme: Eine Portion The Living Dead, zwei Messbecher voll Chicago 1930, würze mit viel skurrilem, rabenschwarzen Humor à la MAD, Monty Python und Bugs Bunny, füge zwei Protagonisten hinzu, die irgendwo zwischen Bonnie und Clyde, Bud Spencer und Terrence Hill, Pinky und Brain angesiedelt sind, garniere das Ganze sodann mit Zitaten aus Filmklassikern wie Freaks, Dracula, The Wolfman, Texas Chainsaw Massacre, Matrix, schmecke mit aberwitzigen Plotkonstruktionen ab und mixe das ganze alsdann zu einem Comic. Was kommt dabei heraus?
„Krudes Zeug!“ wird man antworten, und das stimmt haargenau.

„Krudes Zeug“ heißt nämlich der erste Band der Comic-Serie „The Goon“ von Eric Powell.
Goon, das ist ein grobschlächtiger Schläger, ein potthässlicher, intellektuell etwas einfach gestrickter Halbgorilla, der für den Mafiaboss Labrazio (der persönlich nie in Erscheinung tritt und dessen wahre Identität Goon allein kennt) arbeitet. Sein Sidekick ist der psychopathische Franky, der zwar nicht Statur und Muskelkraft seines Partners besitzt, dafür aber ein fieser kleiner Typ mit einer boshaften Zunge ist.
Das Leben als Mafiaschläger könnte an sich ja ganz geruhsam sein: Untertags prügelt man sich mit anderen Banden (zum Beispiel mit der von Joey, die Kugel oder von Fishy Pete), korrupten Streifenbullen oder den Herren im Anzug vom FBI herum. Am Abend könnte man ein gemütliches Bier in Nortons Pub trinken oder daheim Pizza mampfend noch etwas fernsehen.
Aber leider gibt es da den Zombie-Priester und seine Gang, und die wächst täglich an. Denn kein Leichnam ist vor ihm sicher, der Zombie-Priester erweckt sie alle wieder und versucht mit seiner Armee von Untoten die Stadt in seine Gewalt zu bringen.

So weit, so primitiv, möchte man meinen. Primitiv ist „The Goon“ aber keineswegs.
Klar wird die Brachialhumor-Keule nicht zu knapp geschwungen, aber auch Freunde von subtilem Spaß kommen auf ihre Rechnung. Dafür sorgt eine Vielzahl kleiner versteckte Anspielungen und Filmzitate, auch die Handlung überrascht immer wieder durch skurrile Einfälle.
Gut, die Liebhaber langer, komplex konstruierter und fein verästelter graphic novels werden „The Goon“ vielleicht etwas simpel gestrickt finden, die einzelnen Abenteuer von Goon und Franky funktionieren auch allesamt für sich alleine; allerdings sorgt Powell durch immer wiederkehrende Motive (und damit sind jetzt nicht nur die Zombies gemeint), running gags, Vorgriffe und Rückblenden für den inneren Zusammenhalt in einem größeren Ganzen und erschafft so doch ganz langsam ein in sich geschlossenes Universum.

Manch einer wird vielleicht Powells Zeichenstil als teilweise recht roh empfinden. Man bedenke aber, dass mit „Krudes Zeug“ die allerersten Goon-Storys von 1999 vorliegen und sich Powell zeichnerisch weiterentwickelt hat – niemand weiß das besser als er selbst, und es ist fast schon rührend, wie er sich mehrfach für den streckenweise rüden Stil seiner frühen Bilder entschuldigt. Schon die ersten drei Abenteuer von Goon machen aber deutlich, wie rasant sich Powell zeichnerisch (und auch erzählerisch) weiterentwickelt. Und das macht einen Teil des Reizes der Lektüre aus: Es ist, als ob man Eric Powell über die Schulter blicken würde und ihm dabei zusieht, wie er aus einer simplen Anfangsidee Schritt für Schritt einen immer größer werdenden Kosmos entwickelt.

Vielen Dank, dass „The Goon“ dem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht wird! Der erste Band ist wirklich liebevoll editiert, mit zwei ironischen Vorworten von Powell und einer kurzen Einleitung (die Goon und Franky gleich selber vornehmen). Zudem finden sich zwei kurze Strips, die ursprünglich auf Powells Website veröffentlicht worden sind. Und im Anhang öffnet Powell dann seinen Skizzenblock und lässt den Leser teilhaben an der Entwicklung des Goon, von ersten Entwürfen bis zum fertigen Layout der Serie. Ein kurzes Interview mit ihm beschließt dann den ersten Band von „The Goon“. Cross Cult sei Dank kommen bald die nächsten Abenteuer auf den Markt.

Und, by the way: Eine Verfilmung ist auch schon in Planung.


###Manuel G. Mattweber###

Cross Cult Verlag

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