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Comic-Review: Battle Royale 3 (Tokyopop)

battle_royale_3_cover (c) Tokyopop
Dieser Band rechtfertigt die erhitzte Debatte, die um die Romanvorlage dieser Serie getobt hat, mehr als deutlich. Exzessive Gewalt mit bleidurchsiebten Körpern und weitläufig verteilter Gehirnmasse at its finest!

battle_royale_3_cover (c) Tokyopop / Zum Vergrößern auf das Bild klicken"Well we got no choice
All the girls and boys
Makin all that noise
’Cause they found new toys…"


(Alice Cooper, School’s Out)

Es ist zwar nicht sonderlich kreativ, die Besprechung dieses dritten Bands von "Battle Royale" mit Alice Coopers legendärem Song "School’s Out" einzuleiten – aber er trifft den Nagel in diesem Fall einfach zielgenau auf den Kopf. Tatsächlich haben die ursprünglichen 42 Schüler als unfreiwillige Teilnehmer des sogenannten "Programms" der "Großen Ostasiatischen Republik" keine Wahl, als ihre neuen Spielzeuge auszuprobieren. Dabei handelt es sich genau genommen um Waffen, die sie erhalten haben, um sich gegenseitig niederzumetzeln. Als kleine Motivation gibt’s da schließlich noch die explosiven Halsbänder an den Hälsen der Jungen und Mädchen der Klasse 3B, die jegliche Flucht unmöglich zu machen scheinen.


Den Versuch wagen dennoch einige der Schüler, allen voran Shuya und die verletzte Norika. Mit dem Kampfsportler Hiroki und Shoyo, der das "Programm" aus dem Vorjahr als Sieger verlassen hat und durch einen unglücklichen Zufall auch diesmal wieder dabei ist, haben sie starke Verbündete an ihrer Seite. Die haben sie auch bitter nötig, denn einige emotional weniger stabile Mitschüler zögern nicht von ihren jeweiligen Waffen Gebrauch zu machen: Zu Beginn von Band 3 haben schon etliche von ihnen das Zeitliche gesegnet, da nicht alle den Willen zur Kooperation zeigten.


Das Kreativteam Koushon Takami und Madayuki Taguchi haut nach der vergleichsweise ruhigeren zweiten Nummer diesmal wieder gehörig auf die Kacke! Hatte der Autor dieser Zeilen noch gemutmaßt, dass es aufgrund der schnell schrumpfenden Zahl an Charakteren zwangsweise weniger blutig zugehen würde und der Fokus verstärkt auf die psychologische Komponente des "Programms" rücken würde, ist es ganz anders gekommen. Und zwar in zweifacher Hinsicht: Erst recht bekommen wir tolle Charakterstudien geliefert, und erst recht kratzen die solcherart gekonnt herausgearbeiteten Personen meist spektakulär in großzügigen Splashpages ab!


Großzügigkeit in einer anderen Hinsicht wird aber ebenfalls geboten, sogar sehr explizit und sicherlich nicht für zarte Gemüter geeignet – und zwar wenn es um die kranken Manipulationsspielchen der hinterlistigen Mitsuko handelt. Ohne hier zuviel verraten zu wollen, rückt sie neben dem Oberaufseher Kamon und dem eiskalten Kazuo in die erste Reihe der "Badasses" der Serie auf. Erzählerisch und zeichnerisch bleibt "Battle Royale" somit extrem spannend und ist auch Lesern, die üblicherweise keinen Manga in die Hand nehmen, sehr zu empfehlen.

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #


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