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Comic-Review: Freaks of the Heartland (Cross Cult)

freaks_of_the_heartland_cover (c) Cross Cult
Horror-Meister Steve Niles entführt uns diesmal nicht in die Abgründe bluttriefenden Splatters, sondern in die nicht weniger furchtbaren Gefilde der menschlichen Seele. Und liefert einmal mehr ein kleines Meisterwerk ab!
freaks_of_the_heartland_cover (c) Cross Cult / Zum Vergrößern auf das Bild klickenVon der Existenz des sogenannten "Bible Belt" im Herzen der USA wissen wir nicht erst seit den beiden weltpolitisch gesehen katastrophalen Amtsperioden eines gewissen George W. Bush. Schon seit dem verlorenen Sezessionskrieg hat sich in den Südstaaten eine tiefe Religiosität entwickelt und gilt diese Gegend als Hochburg des evangelischen Protestantismus. Hier haben die Dinge noch eine gewisse Ordnung. Man mag das Bier kalt, den Burger im XXL-Format, die sonntägliche Predigt, die Mädchen keusch und das Kreuz auf dem Wahlzettel möglichst bei einem republikanischen Kandidaten. So weit, so beschaulich in "God’s own country".


Was aber, wenn etwas in diese heile Welt einbricht? Etwas, das in seiner Unfassbarkeit die fragilen Fassaden von kleinbürgerlicher Bigotterie einzureißen droht? Dieser Frage hat sich Steve Niles angenommen, seines Zeichens aufstrebender Stern der US-Comicindustrie und Horrorfans vielleicht als Autor der Comicvorlage von "30 Days of Night" bekannt. Im Fall von "Freaks of the Heartland" ist sein Vorschlaghammer gegen die scheinbare Idylle des abgelegenen Hinterwäldler-Nests Gristlewood Valley eine mysteriöse Deformierung vieler Söhne und Töchter der Einwohner, die zur selben Zeit geboren worden sind. Die Ursache ist ungewiss, vielleicht lag es an den Atombombentests? Wie auch immer, der monströse Nachwuchs wurde nach der Geburt von den jeweiligen Eltern getötet und bestattet. Aber anscheinend nicht alle, wie der junge Trevor und sein ebenfalls andersartiger Bruder Will herausfinden.


Steve Niles breitet seine Erzählung diesmal nicht auf einer bluttriefenden Unterlage aus, sondern verlässt sich ganz auf den feinen Horror zwischenmenschlicher Grausamkeiten. Das reicht vollkommen aus, um dem Leser die wahren "Freaks" vor Augen zu führen – und dies an vielen Stellen ohne Worte, wo die Intoleranz der netten Nachbarn einen sowieso wortlos zurücklässt. Ein großartiges Plädoyer für die Menschlichkeit also, das in der offenbar geplanten filmischen Umsetzung hoffentlich nicht zum effekthaschenden Monstrositätenkabinett verkommen wird. Nicht weniger großartig auch das Artwork von Greg Ruth, der neben Bleistift und Tusche auch für die Farbgebung gesorgt hat und mit den gelblich-bräunlichen Sepia-Tönen seiner Wasserfarben die ländliche Atmosphäre trefflich eingefangen hat. Wie üblich enttäuschen auch die Jungs von Cross Cult beim redaktionellen Anhang nicht: Neben Skizzen und Notizen bekommen wir sowohl ein Interview mit Steve Niles als auch mit Greg Ruth serviert.

 

# # # Andreas Grabenschweiger # # #




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