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Gruselkabinett 84 & 85

Gruselkabinett 84 & 85
Erst 20 Jahre nach seinem Tod darf das Testament eines Exzentrikers im Kreis seiner Hinterbliebenen verlesen werden.

(C) Titania Medien/Lübbe Audio / Gruselkabinett 84 & 85 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDer letzte Wille eines Menschen kann für die Hinterbliebenen die eine oder andere Überraschung bereithalten. Im Falle von Cyrus West darf das Testament erst 20 Jahre nach seinem Tod verlesen werden. Die letzten verbliebenen Erben versammeln sich im Jahre 1921 in einem baufälligen und wenig einladenden Gemäuer unweit des Hudson River, in dem West zeit seines Lebens residierte. Das Dokument hält einige Überraschungen für die Nachfahren bereit, so ist zunächst schnell klar, wem das Erbe zufallen soll. Die Hinterlassenschaft ist allerdings an eine doch seltsam anmutende Aufgabe geknüpft. Bevor das Erbe angetreten werden kann, muss der Erbe eine Nacht in der Bibliothek des Hauses verbringen, ohne dabei sein Leben oder den Verstand zu verlieren.


Sollte dies unerwartet doch der Fall sein, liegt ein weiterer Umschlag bereit, der den Namen desjenigen enthält, an den der Nachlass in diesem Fall gehen würde. Unter den Besuchern des alten Hauses breitet sich langsam Unbehagen aus. Das wird jedoch gesteigert als die kleine Gruppe die Nachricht ereilt, dass in einer nahegelegenen geschlossenen Anstalt ein gefährlicher Irrer entflohen sei, die Katze. Die versammelten Erben finden keine Ruhe, denn ehe sie sich versehen, ist bereits einer aus ihrer Mitte verschwunden. Kann es tatsächlich sein, dass der Wahnsinnige, der sich selbst für eine Katze hält, einen Weg ins Haus gefunden hat?


Schon viele unterschiedliche Stilarten haben unter dem Namen "Gruselkabinett" ein Zuhause gefunden, "Die Katze und der Kanarienvogel" passt allerdings nicht wirklich zum Titel der Reihe, denn das auf einem Theaterstück beruhende Hörspiel ist frei von jeglichen übersinnlichen Ereignissen oder Erscheinungen.  Viel eher haben wir es hier mit einem Krimi zu tun, der viele Elemente eines klassischen "Whodoneit"-Krimis enthält, wie sie etwa bei Agatha Christie oder Edgar Wallace zu finden sind. Ein einsames Haus weitab der Zivilisation, ein begrenzter Kreis von Personen, ein unerklärbarer Mord, all das sind Motive, wie sie für diese Ausformung des Krimis typisch sind. Lässt man aber einmal den Überbau "Gruselkabinett" bei diesem Hörspiel beiseite, bekommt man hier wirklich eine Menge für sein Geld geboten.


Ein großes Plus dieser Folge ist die bedrohliche Atmosphäre, die gleich zu Beginn ihre Wirkung auf dem Hörer zu entfalten beginnt. Das düstere Haus mit seiner kleinen Schar von Bewohnern, die sich mit einem blutrünstigen Irren, einem merkwürdigen Testament und einer Haushälterin, die sich mit Geistern und dem Voodoo-Kult befasst, konfrontiert sehen, sind die richtigen Zutaten für eine gelungene Schauergeschichte. Was die Spannung und den Fluss der Geschichte gelegentlich etwas hemmt, sind jene inhaltlichen Einschübe, die sich Annabelle und ihrer Verehrer widmen. Hier wäre eine Straffung sicherlich sinnvoll gewesen.


Wie in der Vergangenheit doch recht häufig, so sind auch bei "Die Katze und der Kanarienvogel" weite Teile der Geschichte mit einem musikalischen Teppich unterlegt, der seine Wirkung nicht verfehlt und die finsteren Begebenheiten im Haus des alten West gebührend in Szene setzt. Die Soundeffekte sind für eine solche Produktion mehr als angemessen. Der Wind heult, die Türen knarzen und man kann sich dem Gefühl nicht entziehen, jede Sekunde mit einem neuen Grauen rechnen zu müssen. Also genau das, was man sich von einem Hörspiel erhofft, das eine Kulisse bietet wie "Die Katze und der Kanarienvogel".


Die Besetzung lässt ebenfalls keinerlei Wünsche offen, denn alle Rollen wurden angemessen besetzt und jeder der Akteure schafft es problemlos, seine Figur dem Rezipienten näherzubringen. Nana Spier alias "Faith" ist in der Rolle der Annabelle West zu hören, einer jungen Frau, die sich der Tücken und Gefahren des alten Hauses und einer Reihe von Verehrern erwehren muss. Spier schafft es spielend, ihre Figur mit Leben und Glaubwürdigkeit zu füllen. Dagmar von Kurmin, ein Urgestein der Hörspiellandschaft, übernimmt den Part der geheimnisvollen Haushälterin Mammy Pleasant, wobei es ihr gelingt, allein mit ihrer Stimme eine Gänsehaut auf den Rücken des Hörers zu zaubern. Eine Fähigkeit, über die leider nur sehr wenige Sprecher verfügen.


Dazu gesellen sich weitere bekannte Namen wie Eckart Dux, Patrick Bach und Jürgen Thormann, die ein Hörspiel zu einem gelungenen Stück Unterhaltung werden lassen. Hörenswert ist auch Joseline Gassen als Susan Sillsby, die als ewiger Unruheherd der kleinen Gruppe zu gefallen weiß. Abgesehen davon, das "Die Katze und der Kanarienvogel" kein Grusel-, sondern ein Krimihörspiel ist, gibt es auch an dieser Doppelfolge nichts auszusetzen. Titania Medien bleibt sich treu und hält seinen gewohnt hohen Produktionsstandard.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien/Lübbe Audio




 


 

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