Nightwing ist ganz und gar nicht erfreut, dass Jason Todd das Kostüm von Robin angelegt hat.
Die zweite Hälfte von "Batman: Eine zweite Chance", der auf den
letzten und den vorliegenden Band aufgeteilten deutschen Version des US-Sammelbands "Batman: Second Chances" von 2015, enthält nicht nur die letzten Storys, die Max Allan Collins im Rahmen seiner Autorenschaft für den Mitternachtsdetektiv verfasst hat, sondern nach einem Gastspiel von Mary Jo Duffy auch die seines Nachfolgers Jim Starlin – bekanntlich jener Kreative, der die Leser in
"A Death in the Family" dazu verleitete, den zweiten Robin per Telefonabstimmung durch den Joker umbringen zu lassen.
In den hier abgedruckten "Batman"-Ausgaben 412-416 ist Jason Todd aber noch quicklebendig und unterstützt den Dunklen Ritter beim Kampf gegen eine resolute Pantomimin mit einem Faible für Stille, seltsamen Vorgängen bei einer Ausstellung und einer brutalen Mordserie. Als er aber Scarecrow im Alleingang ausschaltet, macht sich Batman Sorgen um seinen risikobereiten jungen Partner. Sorgen, die dessen Vorgänger Dick Grayson bestätigt, als er im Kostüm von Nightwing in der Bathöhle vorbeischaut und seinem Ziehvater ordentlich die Leviten liest wegen des neuen Wunderknaben.
Der Disput zwischen Bruce und Dick in "Batman" 416 ist ganz klar der erzählerische Höhepunkt eines Bandes, der ansonsten in sich abgeschlossene Episoden enthält, darunter ein Tie-in zum Crossover "Millennium" und eine liebenswert schrullige Story um den verliebten Pinguin aus "Batman Annual" 11. Alles in allem handwerklich gut gemacht, wenn auch die inneren Monologe Batmans von Jim Starlin, der von Zeichnerstar Jim Aparo unterstützt wird, gewöhnungsbedürftig sind. Als Extra sind diesmal ein Robin-Solo aus "Star-Spangled Comics" 65 (1947) sowie leider einige Patzer beim Lektorat enthalten.
# # # Andreas Grabenschweiger # # #
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