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Midnight Tales 13

Midnight Tales 13
Das Gehirn gilt gemeinhin als leistungsstärkstes Organ unseres Körpers, obwohl nur ein Bruchteil davon beansprucht wird. Wie wäre es wohl, wenn wir durch einen plötzlichen Zufall in der Lage wären, die volle Kapazität unseres Denkapparats nutzen zu können?

Midnight Tales 13Manchmal sind es unerwartete Dinge, die unser komplettes Leben binnen weniger Sekunden komplett auf den Kopf stellen können, eine Erfahrung, die auch Brian machen muss, ein durchschnittlicher Typ von nebenan. Zufällig gerät er in eine Verkehrskontrolle, die sich zu einer Verkettung von Missverständnissen entwickelt und schließlich damit endet, dass ein Polizist mit einem Taser einen ordentlichen Stromstoß durch seinen Körper jagt. Allerdings verfehlt der Beamte das eigentliche Ziel und trifft sein Gegenüber am Kopf.


Brian verliert das Bewusstsein und erwacht erst einige Stunden später im Krankenhaus. Wie durch ein Wunder scheint er keine schwereren Blessuren von dem Stromschlag davongetragen zu haben. Ganz im Gegenteil verfügt er nun offenbar über ein fotografisches Gedächtnis, sein Gehirn ist zu immer größeren Leistungen imstande. Einige Monate vergehen, in denen er die Gabe ohne Problem nutzen kann, doch dann kommt es zu einer beunruhigenden Veränderung. In Brian keimt die entsetzliche Vermutung, dass der Taserangriff doch schlimmer für seinen Körper gewesen ist als zunächst vermutet.


Immer wieder gelingt es den "Midnight Tales", das Publikum mit neuen, noch unverbrauchten Stoffen zu überraschen. Dass Menschen an ihrem Körper plötzlich beunruhigende Veränderungen feststellen, die nicht selten im unfassbaren Grauen enden, ist schon seit längeren fester Bestandteil des Horrorgenres und hat gerade im Film über die Jahrzehnte einige Klassiker hervorgebracht. "Das absolute Gedächtnis" geht dabei recht subtil zu Werke, verzichtet dabei auf Holzhammerästhetik und orientiert sich eher an Vorbildern wie "Twilight Zone" und ähnlichen Formaten, die am Ende immer mit einer bösen und zumeist unerwarteten Überraschung aufwarten.


Die Spannung dieser Episode speist sich aus zwei Quellen. Zunächst verfolgt der Hörer gebannt, zu welchen außergewöhnlichen Leistungen Brian nach dem Zusammenstoß mit dem Gesetz in der Lage ist. In der zweiten Hälfte bangt man schließlich um sein Leben, wenn die dramatischen Veränderungen einsetzen, die sein phänomenales Gedächtnisvermögen urplötzlich begleiten. Tatsächlich gelingt es so ohne Probleme, die Spannung bis zum Schluss gleichbleibend hochzuhalten, sodass die gut 40 Minuten dieses Hörspiels wie im Flug vergehen.


Neben den normalen Ingredienzen einer Folge der "Midnight Tales" kommt bei "Das absolute Gedächtnis" auch der Humor nicht zu kurz. Immer wieder lässt der Erzähler bissige und unterhaltsame Äußerungen bei der Schilderung der Ereignisse miteinfließen, die sich wirklich gut ins Handlungsgefüge einpassen. Die Geräusche sind diesmal eher dezenter Natur, aber wenn nötig sehr gut gewählt und unterstreichen den Inhalt bestens. Selbiges gibt es von der musikalischen Gestaltung zu berichten, die die Stimmung der Geschichte gut einfängt und dabei jederzeit zeitgemäß wirkt.


Brian wird von Philip Daub verkörpert, der ein sehr ambivalentes Bild seines Charakters zeichnet – nicht an jeder Stelle ist man gewillt, die Hauptfigur auch zu mögen. So entsteht ein sehr differenzierter Eindruck von Brian, was sich zum überwiegenden Teil auf Philip Daub und seine ansprechende Leistung zurückzuführen lässt. In weiteren Rollen sind Ela Paul, Patrick Bach, Daniel Faust, Martin Sabel, Bruno Winzen und Peter Flechtner als Erzähler zu hören, die alle auf einem sehr hohen Niveau agieren und diese Geschichte mit ihrer Arbeit nochmals aufwerten. "Das absolute Gedächtnis" ist das zweite Skript von Erik Albrodt für die "Midnight Tales" und kann ebenso wie sein Vorgänger überzeugen. Empfehlenswert!


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Contendo Media




 


 

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