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Serien-Review: Tripping the Rift Season 1 (Euro Video)

tripping_the_rift_season_1_cover (c) Euro Video
"Böser als die Simpsons, geiler als South Park und außerirdischer als Futurama" sei diese Serie, verspricht uns der deutsche Vertrieb dieser Animationsserie. Wer sich auf diesen hochgegriffenen Anspruch nicht versteift, kann dabei eine Menge Spaß haben!

tripping_the_rift_season_1_cover (c) Euro Video / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie in unseren Breiten wenig bekannte CGI-animierte Serie aus Kanada, die es gegenwärtig auf drei Staffeln und einen Film gebracht hat, hat ihren Ursprung im sechsminütigen Kurzfilm "Love and Darph…" von Chris Moeller und Chuck Austen, der 2000 seinen Weg in das Internet gefunden hat. Das Konzept dieser mit Science Fiction-Motiven und entsprechenden populärkulturellen Anspielungen gespickten Comedy wurde ab 2004 in den Vereinigten Staaten und seit diesem Frühjahr auch in Deutschland dem erwachsenen Zielpublikum vor dem Fernseher präsentiert.


Das Stammpersonal von "Tripping the Rift" ist die chaotische Crew des Raumschiffs "Jupiter 42" unter dem Kommando von Chod, der lilahäutige, mit drei Augen und vier Tentakeln ausgestattete Kapitän, seines Zeichens respektlos, egozentrisch und sexbesessen. Für letzteres Bedürfnis steht ihm – jedem Trekkie dürfte dieser Name auf der Zunge zergehen – Six of Nine zur Verfügung, die nebenbei der extrem erotische wissenschaftliche Offizier ist.


Zur weiteren Mannschaft gehören der mit eindeutig homosexuellen Neigungen ausgestattete Robotersklave Gus, die (im Sinne von hässlich) umwerfende dreibrüstige Steuerfrau T’Nuk und der pubertierende Maschinenmeister Whip, ein echsenhafter Faulpelz und Abhänger. Zusammen mit der künstlichen Rauschmiff-Intelligenz Bob, passenderweise mit Agoraphobie und entsprechenden Panikattacken gesegnet, durchkreuzen unsere Freunde die undendlichen Weiten des Weltraums und erleben in Season 1 insgesamt 13 kurzweilige Abenteuer, zumeist auf diversen skurrilen Planeten mit ebenso skurrilen Einwohnern.


Die Auftaktfolge beginnt gleich vielversprechend, als Chod und Gus einfach so zwischendurch in der Zeit bis hin zum Urknall des Universums zurückreisen und versehentlich Gott vor die Heckscheibe bekommen – mit tödlichem Ausgang für den Herrn. Wer ein Fan abstruser Zeitreisen-Gedankenspiele ist, wird hier schon einige Male schmunzeln müssen. Bei allen anderen sollte wirklich allerspätestens bei den Folgen 7 und 8, in denen Chod Besuch von seinem Opa Benita und seinem verschollenen Zwillingsbruder Philbrick erhält, das Eis gebrochen sein.


Bis zum Staffelfinale folgen schließlich noch einige Höhepunkte mit allerlei witzigen Referenzen an SF-Klassiker wie "Star Wars", "Star Trek" sowie Zynismus, "interspecies erotica" und mit Darph Bobo von den Dark Clowns einer der liebenswertesten Bösewichte der letzten Zeit. Schön zu sehen, dass CGI einmal nicht für eine weitere lieblos hingekleisterte Animationsserie für die lieben Kleinen eingesetzt wurde, sondern für diesen erfrischenden Spaß für Erwachsene! "Tripping the Rift" ist auf jeden Fall einen Blick wert und hat hoffentlich noch einiges mehr an Potenzial zu bieten.

# # # Andreas Grabenschweiger # # #


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