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Movie-Review: Darjeeling Limited (20th Century Fox)

Darjeeling Limited (c) 20th Century Fox Home Entertainment
Begleiten wir Owen Wilson, Oscar-Preisträger Adrien Brody und Jason Schwartzman auf einer "spirituellen" Zugreise mit dem Zweck der Family-Reunion durch Indien.

Darjeeling Limited (c) 20th Century Fox Home Entertainment / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn Wes Andersons fünftem und neuestem Werk gesellt sich nun auch Adrien Brody ("Son Of Sam", "Der Pianist") zu Andersons Stamm-Ensemble, bestehend aus Owen Wilson ("Durchgeknallt", "Rushmore", "Die Royal Tenenbaums", "Die Tiefseetaucher") und Jason Schwartzman ("Rushmore", "Spun", "I Heart Huckabees"). Sogar Bill Murray ist wieder in einem kurzen Gastauftritt am Anfang des Films in einer sehr rasanten Szene zu sehen.

Das Brüdertrio Francis, Jack und Peter Whitman trifft sich nach einem Jahr im Schlafabteil des Zugs "Darjeeling Limited" auf einer Reise in Indien wieder. Nach dem Begräbnis ihres Vaters vor einem Jahr haben sie kein Wort mehr miteinander gesprochen und möchten mit dieser Aktion wieder ihr Verhältnis als Brüder und auch als Freunde stärken. Francis (Wilson) ist ein extrovertierter Kontrollfreak und Businessman der das Treffen und die Reise arrangiert hat. Sein fröhliches Auftreten wird auch nicht durch seine grässlichen Kopfverletzungen gebremst, die er sich beim einem Motorradunfall kurz davor zugezogen hat – recht witzig die Bandagen, die Wilson den Film über trägt. Von der Liebe enttäuscht ist der jüngste Bruder Jack (Schwartzman), der von einer soeben gescheiterten Beziehung gezeichnet ist und sein Leben in einem semiautobiographischen Roman mit dem Titel "Luftwaffe Automotive" (aufgrund der Liebe seines Vaters zu Fahrzeugen deutscher Hersteller) niederschreiben will.

Der zweitjüngste im Bunde ist Peter: dieser lebt auch mit Beziehungsschwierigkeiten mit seiner Frau Alice, die aber ein Kind von ihm erwartet. Auch den Kummer über den Tod seines Vaters hat er nicht ganz überwunden und schleppt Memorabilia dessen mit sich herum wie zum Beispiel Daddys Sonnenbrille. Das neurotische Trio versucht mit Gesprächen aber auch mit starken, verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln (zur Verfügung gestellt von Francis) in Kombination mit Alkohol die gemeinsamen Probleme zu vertreiben, was aber manchmal ziemlich durch Geheimnistuerei untereinander erschwert wird. Denn Francis verheimlicht lange Zeit einen weiteren Grund für die Reise: Ihre gemeinsame Mutter (Anjelica Huston) lebt seit Jahren zurückgezogen als Nonne in einem christlichen Kloster – auch mit ihr will er gemeinsam mit seinen Brüder Frieden schließen. Diese sind nämlich noch ziemlich erzürnt darüber, dass Mama Patricia in letzter Minute nicht zum Begräbnis des Vaters gekommen ist. Auch die Faktoren wie zB dass Francis einen persönlichen Assistenten (den er irrsinnig schlecht behandelt) in einem Abteil versteckt hält, Jacks Liebesaffäre mit einer indischen Zugbegleitung oder die Flucht von Peter’s giftigen, indischen Kobra tragen nicht sonderlich zur guten Laune der drei bei. Nach kleinen, gemeinsamen Abenteuern und recht witzigen Dialogen kommt man sich bis Ende des Films dann aber doch näher – spätestens beim Wiedersehen mit der Mutter.

Der Film lässt deutlich die Handschrift von Wes Anderson erkennen, wobei er doch im Vergleich zu seinen früheren Regiearbeiten einiges an Tempo und Skurrilität eingebüsst hat. Da ein Großteil des Geschehens innerhalb des fahrenden Zuges stattfindet und sich die Handlung auf die drei Brüder fokussiert, darf man sich nicht allzu große Handlungsstränge oder viele Action/Slapstick-Sequenzen wie zum Beispiel in "Die Royal Tenenbaums" oder "Die Tiefseetaucher" erwarten. Vor allem Owen Wilson und Adrien Brody zeigen aber wieder was sie schauspielerisch draufhaben. Der Film strahlt eine (vielleicht meditative) Ruhe aus, die sich bei vielen Zusehern aber eventuell in eine ca. 87 Minuten andauernde, gähnende Langeweile manifestieren könnte. Fans von Wes Andersons Filmen dürften damit keine großen Probleme haben, aber Vorsicht ist trotzdem geboten! Einsteiger sollten das Anderson-Experiment doch lieber mal zuerst mit "Die Tiefseetaucher" oder – noch benutzerfreundlicher – mit "Durchgeknallt" wagen.

Die DVD-Ausstattung ist mit einer kleinen Featurette und dem ziemlich öden Vorfilm "Hotel Chevalier" (mit Natalie Portman und Jason Schwartzman) ziemlich schwach bestückt. Gesprochen wird im O-Ton Englisch, aber auch Deutsch und Spanisch sind auf Dolby Digital 5.1 möglich.


###Thomas Sulzbacher###

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