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Movie Review: Watchmen - Tales of the Black Freighter (Warner Home Video)

blackfreightercover (c) Warner Home Video
In dieser blutgetränkten, von verwesenden Leichen gepflasterten Piratenkurzgeschichte darf niemand auf ein Happy End hoffen. Wer es dennoch tut ist ebenso hoffnungslos im Strudel des Wahnsinns verloren wie der Protagonist selbst.
blackfreightercover (c) Warner Home Video / Zum Vergrößern auf das Bild klickenZack Snyders Verfilmung von Watchmen ist eine wirklich tolle Umsetzung des Comics von Alan Moore und Dave Gibbons. Das heißt aber noch lange nicht, dass Fans in diesem Film alles wiederfinden werden, was sie aus dem kultigen Comic kennen. Die Rede ist, wie der Titel schon vermuten lässt, von dem Comic im (Watchmen-)Comic, nämlich "Tales of the Black Freighter". In der Watchmen-Comicreihe wird dieser von einem Jungen, der neben einem Zeitungsstand sitzt, gelesen. Zu einem gewissen Zeitpunkt realisierte Snyder, dass es ihm einfach nicht gelingen würde, diesen Comic in den Film einzubauen – eigentlich schade. Dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen und eine tolle Fleißaufgabe in Form eines animierten Kurzfilmes abzuliefern.


In dieser Piratengeschichte geht es um einen schiffbrüchigen Kapitän, der sein Schiff und seine gesamte Crew im Zuge einer schweren Attacke durch den Black Freighter verloren hat. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich auf einer einsamen Insel wieder. Schon bald fasst er den unwiderruflichen Entschluss, so schnell wie möglich nach Hause (Davidstown) zurrückzukehren um seine Familie und die Bewohner vor diesem Monsterschiff und seiner schaurigen Crew zu warnen. Aus Materialknappheit beschließt er kurzerhand ein Floß aus den aufgedunsenen Körpern seiner angeschwemmten Crewmitglieder zu bauen. Auf diese Weise würde er außerdem zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und die Gefallenen nach Hause bringen, wo sie ihre letzte Ruhe finden sollten.


Während seiner Odyssee auf offenem Meer ereignen sich einige unangenehme und unappetitliche Zwischenfälle. Beispielsweise versuchen sich Haie die Bestandteile seines Leichenflosses als Snack einzuverleiben. Als er endlich in Davidstown eintrifft, gelangt unser Protaginist zu einer schrecklichen Erkenntnis.


"Watchmen: Tales of the Black Freighter" ist blutrünstig, hoffnungslos und steht vielen der absolut grafisch brutalen japanischen Animes in nichts nach. Der schiffbrüchige Captain versucht mit krampfhafter Verzweiflung alles, um schnell nach Hause zu kommen und seine Leute zu retten. Dabei merkt er gar nicht, welche grotesken und furchtbaren Formen sein Gerechtigkeitssinn und Bewusstsein annehemen. Auf sehr graphische Weise werden wir Zeugen, wie er sein Seelenheil verliert.


Abgesehen von der Ähnlichkeit des Segels mit einem Rorschachtest gibt es keinen direkt zu erkennenden Bezug zu Watchmen. Der Film bietet jedoch eine Fülle an Material für Erkenntnisse und Interpretationen zum eigentlichen Film. Auf der DVD findet man außerdem schöne Extras. Beispielsweise erfahren wir in "Under the Hood" in einem Interview mit Hollis Mason (der erste Night Owl) mehr Hintergründe zu Watchmen als im Film. Ausserdem erfahren wir, welchen Einfluss Brechts “Dreigroschenoper” auf die Geschichte hatte.


"Watchmen: Tales of the Black Freighter" ist ein Muss für alle Fans und solche, die es erst geworden sind. Gesprochen wird der Hauptdarsteller von Gerard Butler, der vielen sicherlich aus dem Film "300" ein Begriff sein dürfte. Makaber, packend und mitreissend - einfach hinreissend!

 

# # # Michel Bakhoum # # #

 



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