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Gruselkabinett 136

Gruselkabinett 136
Der Amazonas ist eine der gefährlichsten Regionen der Erde. Doch wer hätte gedacht, dass ein Insektenvolk aus diesen Gefilden zur größten Bedrohung der Menschheit werden würde?

Gruselkabinett 136Der britische Ingenieur Holroyd bricht nach Brasilien auf, um ein neues Kanonenboot zu übergeben. Zu seiner großen Freude bekommt er die Gelegenheit auf der Jungfernfahrt dabei sein zu dürfen. Die Reise ins Amazonasgebiet verläuft jedoch anders als erwartet. Der neue Kapitän und seine Crew erhalten die Instruktion, den Fluss hinaufzufahren und einem seltsamen Gerücht nachzugehen. Der Auftrag, mit einem schwerbewaffneten Boot gegen ein Ameisenvolk vorzugehen, sorgt zunächst für Unglauben und Frust unter der Besatzung.


Dies ändert sich jedoch, als man in jene Gefilde vorstößt, die von den Insekten terrorisiert werden. Die Ameisen scheinen hoch aggressiv zu sein und über eine Art kollektive Intelligenz zu verfügen. Blankes Entsetzen macht sich unter den Männern breit, da die Tiere über ein tödliches Gift verfügen und nicht davor zurückschrecken ihre Feinde zu verspeisen. Es besteht kein Zweifel: Im Dschungel des südamerikanischen Regenwalds lauert eine Gefahr für die gesamte Menschheit.


Mit "Das Königreich der Ameisen" lieferte H. G. Wells, der Pionier der Science-Fiction, so etwas wie die Blaupause des Tierhorrors, der sich bis in die heutige Zeit großer Beliebtheit erfreut. Im Gegensatz zu vielen Nachfolgern steht hier jedoch nicht allein der Terror irgendeiner wie auch immer mutierten Tierart im Fokus, es wird vielmehr quasi nebenbei manch spannende Frage aufgeworfen und ein überzeugendes Psychodrama abgeliefert, wenn es um die Entwicklungen innerhalb der Besatzung des Kanonenboots geht.


Wells konfrontiert sein Publikum mit einer Story, in der der Mensch erkennen muss, dass eine andere Spezies sich anschickt ihn vom Kopf der Nahrungskette zu verdrängen und dabei äußerst effizient zu Werk geht. Seine Figuren durchlaufen bei ihrer Begegnung mit den Ameisen verschiedene Stadien, anfängliche Selbstüberschätzung endet in nacktem Entsetzen. Die Gedanken und Gefühle der Akteure sind dabei äußerst glaubwürdig und plastisch für den Hörer aufbereitet und sorgen allein schon dadurch für eine amtliche Gänsehaut. Natürlich kommt man nicht umhin mitzufiebern, ob es gelingt, den Urwald wieder unbeschadet zu verlassen und die unbekannte Gefahr aus dem Insektenreich zu bannen.


Die dichte Erzählstruktur wird nochmals durch eine äußert passende Musikgestaltung unterstrichen. Exotische Klangkollagen erschaffen ein gedankliches Bild des undurchdringlichen Dschungels mit seinen oft tödlichen Geheimnissen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die verwendeten Soundeffekte, die zwar von zurückhaltender Natur sind, aber den Regenwald des Amazonas binnen weniger Augenblicke zum Leben erwecken.


Insgesamt ist es gerade einmal ein halbes Dutzend Stimmen, das diese zeitlose Geschichte in ein neues Medium transportiert. Den Löwenanteil übernehmen dabei Simon Roden als Holroyd und Jean Paul Baeck als Kapitän Guerilleau. Zwei Figuren, die nicht verschiedener sein könnten: Ein Brite, der aufbricht in eine ihm unbekannte Welt, die so ganz anders ist als erwartet und ein Flusskapitän, der glaubt schon alles gesehen zu haben, was der Amazonas an Überraschungen bereithält und letztlich eines Besseren belehrt wird. Beide Sprecher arbeiten die Unterschiede ihrer Rollen auf eine glaubwürdige Art hervor. In den Nebenrollen geben sich dann einige große Namen wie Joachim Tennstedt, Bodo Primus, Bert Stevens und Produzent Marc Gruppe die Ehre und bestätigen den guten Gesamteindruck. "Das Königreich der Ameisen" ist eine weitere gelungene Bearbeitung eines Stoffs von H. G. Wells innerhalb des "Gruselkabinetts", die in weiten Teilen dem Original des Autors folgt.


 
# # # Justus Baier # # #



Publisher: Titania Medien


 

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